Lecker Tabak für Kids? Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten für Kinder und Jugendliche durch Tabakgelder finanziert
Das Forum Rauchfrei fordert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf, seine Mitwirkung an dem Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung aufzugeben und sich sofort aus dem gerade begonnenen Wettbewerb herauszuziehen. Die Zusammenarbeit hatte vor über 50 Jahren begonnen. Jetzt ist es höchste Zeit, sie zu beenden. Denn die Körber-Stiftung ist untrennbar mit der Körber AG verbunden. Alle Gelder der Stiftung fließen ihr aus den Erträgen dieses Tabakkonzerns zu. Die Körber AG stellt für den weltweiten Markt Maschinen zur Zigarettenherstellung her und rühmt sich, „fortschrittliche Produkte für einen sich ständig wandelnden Nikotinmarkt“ zu entwickeln.
„Es passt nicht zusammen, dass der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten für Kinder und Jugendliche von Tabakgeldern finanziert wird!“ stellt sich Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei, dagegen. Gelder, die unredlich mit der Herstellung von Produkten, die schwerste Gesundheitsschäden anrichten, verdient werden, können nach Überzeugung von Johannes Spatz das Gemeinwohl niemals fördern.
Angesichts der enormen finanziellen Probleme der Sozialversicherungsträger wird die Notwendigkeit der Prävention von Kostenträgern, Politik und Public Health Organisationen breit diskutiert. Der Bundesdrogenbeauftragte berichtete von mit Stalking vergleichbarem Bedrängen der Tabakindustrie, um Einfluss auf ihre Gesprächspartner in der Politik zu nehmen. „Bei dem Bundespräsidenten müssten schon längst die Alarmglocken schlagen, weil er mit seiner Teilnahme am Geschichtswettbewerb diesen Bemühungen der Politik in den Rücken fällt.“ so Spatz. Obwohl sich glücklicherweise in den letzten 50 Jahre in Deutschland in der Tabakkontrolle einiges verbessert hat, bleibt der Tabakgebrauch ein absolut drängendes Problem. Nach einer Phase sinkender Zahlen würden immer mehr junge Menschen mit dem Rauchen beginnen und gleichzeitig steige die Zahl älterer Menschen mit rauchbedingten Krankheiten stark an.
Spatz wolle Klartext reden: „Wenn Bundespräsident Steinmeier weiter mit der Körber-Stiftung zusammenarbeitet, wird der Einfluss der Tabakindustrie auf die deutsche Politik und Gesellschaft enorm gestärkt. Mehr Menschen werden dieser todbringenden Industrie zum Opfer fallen. Jeder und jede einzelne dieser Menschen verlangen unser Mitgefühl und unsere Solidarität, denn die meisten Rauchenden beginnen sehr jung. Je jünger sie jedoch beginnen, umso stärker ausgeprägt ist oft die Abhängigkeit. Hinzu kommen die in Deutschland bestehenden deutlichen Unterschiede in der Rauchprävalenz. Höhere Raucherquoten in sozial benachteiligten Gruppen macht Tabakkonsum in Deutschland zu einem zentralen Treiber gesundheitlicher Ungleichheit.“
Nicht zuletzt müsse Deutschland die Verpflichtungen aus dem völkerrechtlichen Vertrag zur Tabakkontrolle mit der WHO erfüllen. Darin heißt es, der Konflikt zwischen den Interessen der Tabakindustrie und der öffentlichen Gesundheit sei unüberbrückbar. Deshalb dürfe es keinerlei Zusammenarbeit geben. Dieser Verpflichtung sei Geltung zu verschaffen, damit Deutschland bei europaweiten Rankings nicht mehr einen der letzten Plätze bei den Tabakkontrollmaßnahmen belege. „Jetzt muss der Bundespräsident entscheiden und sich gegen die Tabakindustrie stellen, damit der Tabakindustrie endlich auch in Deutschland Grenzen gesetzt werden“, so Spatz.
Forum Rauchfrei, Ladehofstr. 5, 93049 Regensburg, forum-rauchfrei.de, 094146376903

(Plakatentwurf von Isabell Tewes)
Auf der Webseite der Stiftung rauchfrei leben https://stiftung-rauchfrei-leben.de finden sich in den Nachrichten vom 31. August und vom 15. Januar 2026 die Protestschreiben, die die Stiftung an den Bundespräsidenten geschrieben hatte und die Antworten darauf.