Presseerklärung: Bundespräsident kooperiert mit der Tabakindustrie

am 31. Mai 2026

Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai, den die Weltgesundheitsorganisation WHO in diesem Jahr unter das Motto „Den Reiz entlarven – wirksam gegen Tabak- und Nikotinsucht“ (Unmask the appeal – countering tobacco and nicotine addiction) gestellt hat, fordert das Forum Rauchfrei den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier auf, die Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung zu beenden. 

Es habe zwar den Anschein und so wird dies auch von dem Bundespräsidenten behauptet, dass die Finanzierung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten durch die Körber Stiftung wichtig und vorteilhaft sei und eine „große Bedeutung für die Demokratieerziehung“ (Schreiben des Bundespräsidialamtes vom 11. Mai 2026) habe.

Allerdings sei bei näherer Betrachtung dies nur Maskerade. Denn eine Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung, die ihre riesigen Geldmittel dem schmutzigen Geschäft mit der Tabaksucht verdanke, schade der Gesellschaft. Der Bundespräsident lasse sich von einem Unternehmen der Tabakindustrie vor den Karren spannen. Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei, kann kaum fassen, dass der Bundespräsident sich so leichtfertig von den angeblichen Vorteilen einnehmen lässt. „Wie kann der Bundespräsident eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen der Tabakindustrie als vorteilhaft ansehen, die keinesfalls vorteilhaft ist, weil die Auswirkungen insgesamt gesehen katastrophal sind“, fragt sich der Arzt Johannes Spatz. Der Bundespräsident bestärke mit dieser Zusammenarbeit alle diejenigen in unserem Land, die sich gegen eine wirksame Tabakkontrollpolitik stellen. 

Er falle auf den angeblichen „Reiz“ dieser Tabakgelder herein und entscheide sich letztlich sogar mit der Durchführung des Geschichtswettbewerbs gemeinsam mit der Körber-Stiftung gegen das geltende Recht. Denn um derartige Interessenkonflikte zu vermeiden, hat auch die Bundesrepublik bereits vor Jahren das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) unterzeichnet. Es wurde darin der unüberbrückbare Gegensatz zwischen den Interessen der Tabakindustrie und der Gesundheitspolitik anerkannt mit der Folge, dass Zusammenarbeit zwischen Tabakindustrie und Politik ausgeschlossen sein muss.

Während sich die Tabakindustrie in ihren Bemühungen, ihre Produkte als „reizvoll“ zu präsentieren besonders um Jugendliche bemühe und deren Unerfahrenheit grenzenlos ausnutze, verlangt das Forum Rauchfrei von dem Bundespräsidenten die Fähigkeit, zwischen „Reiz“ und den tatsächlichen Resultaten einer Zusammenarbeit mit der Tabakindustrie zu unterscheiden. Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei: „Die Zusammenarbeit des Bundespräsidenten mit der Körber-Stiftung fördert die Hintertreibung einer wirksamen Tabakkontrollpolitik in Deutschland und sorgt dafür, dass die als wirksam erwiesenen Maßnahmen, die den Anteil rauchender Menschen verringern, blockiert werden.“ 

Das Forum Rauchfrei fordert den Bundespräsidenten zu einer sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung auf.

Forum Rauchfrei – bei Spatz – Ladehofstr. 5 – 93049 Regensburg – Tel. 094146376903

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