Berlin - In Berlin wird Rauchern zunehmend der
Kampf angesagt. Nun plant die Bahn, bis zum Jahresende auf sämtlichen
S-Bahnhöfen ein komplettes Rauchverbot zu verhängen. "Das Rauchverbot auf
den Fernbahnhöfen hat sich so bewährt, dass wir es jetzt auf alle
S-Bahnhöfe ausdehnen werden", so Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Mit dem
Schritt wird endgültig jeder Bahnhof in Berlin zur rauchfreien Zone, da
bei der BVG, auf den Fernbahnhöfen und einigen unterirdischen Stationen
der S-Bahn das Rauchen bereits verboten ist.
Erst vor knapp zwei Wochen hatte das Abgeordnetenhaus beschlossen, mit
Beginn des neuen Schuljahres ein generelles Rauchverbot an Berlins Schulen
einzuführen. Dieses soll für das gesamte Schulgelände gelten und trifft
damit Schüler und Lehrer gleichermaßen. Schulsenator Klaus Böger (SPD) hat
zudem inzwischen die Bezirke aufgefordert, auch an den Kitas ein
Rauchverbot durchzusetzen und die Erzieher während der Arbeit auf Entzug
zu setzen.
Auch in den Bezirksämtern wird Rauchern immer stärker zugesetzt. In
Hohenschönhausen, Spandau und Neukölln gilt schon länger ein Rauchverbot,
seit dem 1. Juni ist nun auch das Rathaus in Lichtenberg rauchfrei.
Das gilt demnächst grundsätzlich für alle S-Bahnhöfe. Die Ausnahme: Nur
auf den großen Umsteigebahnhöfen der S-Bahn soll es künftig ausgewiesene
Raucherzonen geben, ähnlich wie sie die Bahn auf Fernbahnhöfen anbietet.
"Wir wollen den Aufwand so gering wie möglich, deshalb kommt das auf
normalen S-Bahnhöfen nicht in Betracht", heißt es bei der Bahn.
Mit größeren Protesten von Rauchern rechnet die S-Bahn nicht. Auf den
Bahnhöfen, auf denen es bereits ein Verbot gebe, sei es erstaunlich
schnell angenommen worden, sagt S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Zudem
seien diese Bahnhöfe nun viel sauberer geworden.
Eine Entwicklung, die auch die BVG bestätigt. Sie verhängt seit Anfang
2003 Bußgelder in Höhe von 15 Euro, wenn gegen das Rauchverbot verstoßen
wird. "2003 haben wir 3823 Bußgelder verhängt, die Tendenz ist aber seit
Monaten rückläufig", sagte Sprecherin Petra Reetz.