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Presseerklärung


Berlin, 28.03.06

Tabakindustrie hält Politiker bei Laune
Das Forum Rauchfrei wird die Gäste des Festes der Tabakindustrie an die vielen Tabaktoten erinnern

Der Verband der Cigarettenindustrie, VdC, lädt Politik und Wirtschaft zum Frühlingsfest am Dienstag, den 28. März um 18 Uhr in das Tipi-Zelt beim Kanzleramt ein. Dort wird es einen Gaumenschmaus mit feinen Häppchen und Sekt geben und Künstler werden für Unterhaltung sorgen. Und am Rande wird über Tabak gesprochen. Abschließend können sich die Gäste die Taschen mit Gratiszigaretten vollstopfen, so wie auch in den vergangenen Jahren. Während der Vorjahre waren zahlreiche Vertreter der Politik erschienen wie die Bundesdrogenbeauftragte mit ihrem Tabakreferenten, der Generalsekretär der CDU und Mitglieder des Bundestages. 

Diese „Feuerabende“, wie sie vom einladenden „Verband der Cigarettenindustrie“ genannt werden, sind ein lebendiger Anschauungsunterricht  darüber, wie in Deutschland Tabaklobby funktioniert. Die Einflussnahme der Tabakindustrie ist umfassend. So lud Philip Morris im letzten Jahr Vertreter von wichtigen gesellschaftlichen Gruppierungen zu einem „Parlamentarischen Abend“ ein, British American Tobacco zu einer „Dialogveranstaltung“ in die Landesvertretung von Hamburg. Der VdC bat am 14. Februar diesen Jahres zum Journalistentreffen „Blaue Stunde“ und am 8. März  mit Bischof Huber als Repräsentanten der EKD und Karl Jüsten von der katholischen Kirche zu „Spree-Gesprächen“ über das Thema „Freiräume“. Schließlich gab es noch Dialogrunden, wie zuletzt am 3. März 2006 von dem Mittelständischen Unternehmen der Tabakwirtschaft (MUT) mit  Peter Bleser, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft in der CDU/CSU- Bundestagsfraktion. Alle Veranstaltungen sind nur für geladene Gäste vorgesehen. So werden nicht eingeladene kritische Journalisten abgewiesen.

Das Forum Rauchfrei wird vor dem Tipi-Zelt an die vielen Tabaktoten erinnern. Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei, ruft zum Boykott der Veranstaltung der Tabakindustrie auf. Die Tabakindustrie will mit diesen Veranstaltungen die Politik korrumpieren. Auch mit der heutigen Veranstaltung wollen die Tabakkonzerne politische Entscheidungsträger auf ihre Seite ziehen. Bisher waren sie sehr erfolgreich und haben durch Parteispenden, Bestechung von Wissenschaftlern, Vergabe von Schirmherrschaften an Minister, Sponsoring für soziale und kulturelle Projekte, gesellschaftliche Veranstaltungen und Feste in der Bundesrepublik ein politisches Klima zu ihren Gunsten geschaffen, das in Europa einzigartig ist. Es gibt in Europa kein anderes Land, das soviel Freiraum für ein Produkt zulässt, das beim bestimmungsgemäßen Gebrauch zum Tode führt.

Weitere Informationen bei: Johannes Spatz, Tel.: 7475-5922