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Johannes Spatz (  (030) 747 559 22
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Dr. Henry Stahl (  (030) 865 60 807

 

Presseerklärung                                                                             18.02.10

Zigarettenkauf – ein Kinderspiel
Felix Müller (17 Jahre) hat für das Forum Rauchfrei gestern in der Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain bei 14 von 16 Tabakverkaufsstellen Zigaretten kaufen können. Johannes Spatz, Sprecher des Forums, empört sich. Es sei ein Skandal, dass es Jugendlichen immer noch leicht gemacht werde, an Zigaretten heranzukommen. Egal ob Kiosk oder Bio-Supermarkt, an den Jugendlichen wurden überall Zigaretten verkauft. Es wurden sämtliche Tabakverkaufsstellen der Warschauer Straße erfasst (sieben Kioske, vier Spätkauf / Minimärkte, zwei Supermärkte, ein Drogeriemarkt, und zwei Cafés). Das Forum Rauchfrei wird bei dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Anzeige erstatten.

Eine Befragung aus dem Jahr 2007 von über 1.200 Schülerinnen und Schülern aus Friedrichshain-Kreuzberg hatte ergeben, dass 70 Prozent der 13- bis 15-jährigen Zigaretten kaufen konnten. Um diese Ergebnisse drei Jahre später zu überprüfen und die Aufmerk-samkeit der Gesellschaft auf das Problem zu lenken, hat das Forum Rauchfrei diese Testkäufe organisiert.

Felix Müller (Name geändert) hat für die Testkäufe die ausdrückliche Zustimmung seiner Eltern erhalten. Bei den Testkäufen wurde er auch von seinem Vater, Peter Müller (Name geändert), und Johannes Spatz begleitet. Felix ist Nichtraucher und entschiedener Gegner des Zigarettenverkaufs an Jugendliche. Ihn hat das Ergebnis seiner Testkäufe nicht verwundert. Von Schulkameraden weiß er, dass die Tabakverkäufer sehr freizügig Zigaretten abgeben. kinderzigarettentestkauf

Johannes Spatz beschwert sich, dass die Berliner Landesregierung nicht gegen den illegalen Verkauf von Zigaretten an Jugendliche wirksam vorgeht, obwohl das Problem seit langem bekannt ist. Er fordert eine drastische Verschärfung des Bußgeldkatalogs (das Jugendschutz-gesetz sieht Bußgelder bis zu 50.000 € vor) und bei wiederholtem Verstoß gegen das Verkaufsverbot die Schließung der Tabakverkaufsstelle. Die Bundesregierung solle sich für die Einführung der Lizenzierung des Tabakverkaufs einsetzen. Damit könnte bei einem Verstoß gegen das Verkaufsverbot sofort die Lizenz entzogen werden. Außerdem müsse das Verkaufspersonal über die Gesundheitsgefahren, die von Tabakprodukten ausgehen, geschult werden. In seinen Augen hätte eine Lizenzierung auch den positiven Effekt, dass Zigaretten nicht rund um die Uhr und an jeder Straßenecke verkauft werden könnten. Es müsse gesetzlich vorgeschrieben werden, dass sich der Gewerbetreibende beim Tabakverkauf den Personalausweis vorlegen lassen muss, wenn er den Eindruck hat, dass der Käufer jünger als 21 Jahre ist (der Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren ist laut Jugendschutzgesetz verboten).