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Sprecher u. Anschrift

Johannes Spatz
(  (030) 747 559 22, 0176–244 199 64
Fax (030) 747 559 25
Müllenhoffstr.17, 10967 Berlin
Dr. Henry Stahl     ( (030) 865 60 807

                                                                                                               12.02.10

Frau
Dr. Martina Pötschke-Langer
WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg

Offener Brief

 

Stiftung Preußischer Kulturbesitz macht Imagewerbung für Philip Morris

 

Sehr geehrte Frau Dr. Pötschke-Langer,

die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verstößt in eindeutiger und gravierender Weise gegen die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (Leitlinien 5.3 von FCTC), da sie sich von Philip Morris sponsern lässt. Wie Sie dem beiliegenden Brief an den Präsidenten der Stiftung entnehmen können, sponsert Philip Morris eine Ausstellung des Hamburger Bahnhofs. Da der Hamburger Bahnhof zu der staatlichen Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört, liegt die Verantwortung für die Tätigkeiten des Hamburger Bahnhofs bei dem Präsidenten bzw. bei den Mitgliedern des Stiftungsrats. Der Vorsitzende der Stiftung ist der Staatsminister für Kultur der Bundesregierung. Auch sämtliche Bundesländer sind mit entsprechenden Ministern vertreten. Das bedeutet, dass es nicht Verantwortungen sind, die privat, sondern von dem Amt aus eingenommen werden. Es besteht also überhaupt kein Zweifel, dass die Bundesregierung und auch die Bundesländer gemeinsam gegen die Verhaltensvorschriften der WHO (Leitlinie 5.3) verstoßen.

Bei meinen telefonischen Kontakten mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde mir der Eindruck vermittelt, dass die Verhaltensvorschriften der WHO überhaupt nicht bekannt sind, obwohl ausdrücklich in dem Artikel 5.3, 1.1 FCTC von den Regierungen verlangt wird, dass sie „alle Zweige der Regierung und die Öffentlichkeit“ über die Strategien und Taktik der Tabakindustrie „informieren und bilden“ soll.

Mein Anliegen an Sie als Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums ist, dass Sie bei der Bundesregierung und den Bundesländern wegen dieses eklatanten Verstoßes gegen die Verhaltensvorschriften der WHO protestieren und auf die Einhaltung dieser Vorschriften pochen. Ich bitte Sie, eine Aufklärungskampagne bei der Bundesregierung einzufordern, so wie es mit der Empfehlung 1.1 von Artikel 5.3 FCTC festgelegt ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Johannes Spatz

 

Anlage
Brief an den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz