|
Sprecher u. Anschrift Johannes Spatz |
30.11.09
Pressemitteilung
Die Geheimnisse von BAT
Forum Rauchfrei bittet um Hilfe
Die Dialogveranstaltung von British American Tobacco (BAT) findet dieses Jahr unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“ statt. So die Einladung des Tabakkonzerns. Man wolle einen „ebenso offenen wie vertraulichen Austausch“ führen. Das Thema sei „Tabakunternehmen im Dialog mit der Gesellschaft – British American Tobacco im Spannungsfeld zwischen internem Anspruch und externen Erwartungen“.
Auch macht der Tabakkonzern ein Geheimnis daraus, wo die für den 3. Dezember vorgesehene Veranstaltung stattfinden wird. In der Einladung heißt es dazu nur: „Die Location hängt von der finalen Teilnehmerzahl ab, wird Ihnen aber selbstverständlich rechtzeitig mitgeteilt.“
Seit einer Woche rufen wir bei der für die „Dialogveranstaltung“ zuständigen Abteilung des Tabakkonzerns und der verantwortlichen Agentur an. Den Gesprächspartnern ist der Veranstaltungsort nicht bekannt. Die Zuständigen seien entweder beim Mittagessen, außer Haus oder im Urlaub. Auf jeden Fall würde zurückgerufen. Selbst das vor Ort sich befindende „Hauptstadtbüro Berlin“ kennt den Veranstaltungsort nicht. Schließlich wurde uns klar gemacht, dass uns der Veranstaltungsort nicht mitgeteilt würde. Es sei denn, wir würden selbst teilnehmen wollen.
Sicherlich lässt sich die Geheimniskrämerei darauf zurückführen, dass wir uns immer am Telefon mit Forum Rauchfrei gemeldet und offen zugegeben haben, dass wir nur als Zaungäste dabei sein wollen. Sind wir doch seit Jahren bei BAT für unsere Demonstrationen gegen diese „Dialoge“ bekannt.
Dem Konzern hat es zunehmend Schwierigkeiten gemacht, Zusagen zur Teilnahme zu erhalten. So sind nach den Protesten Dr. Elisabeth Pott (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) und Dr. Thilo Bode (Foodwatch) ferngeblieben.
Der damalige drogenpolitische Sprecher der FDP reagierte auf unsere Demonstration schon mal sehr verärgert. Klaus Uwe Benneter von der SPD zog den Kopf ein und huschte wortlos an uns vorbei. Einen Staatssekretär des Bundesverbraucherministeriums konnten wir immerhin halb überzeugen. Hinterher berichtete er, dass er vorzeitig gegangen war, da er Sinn und Zweck der Veranstaltung nicht einsehen konnte. Einmal war es uns gelungen, einen Vertreter einer Jugendorganisation von dem Besuch abzuhalten. Es gibt also durchaus Gründe, warum BAT so geheimnisvoll tut. Ehemals wurden noch die Teilnehmer in den aufwendigen Berichten namentlich aufgeführt. Auch diese Gepflogenheit ist inzwischen der Geheimhaltung geopfert worden. Der letzte Bericht verschweigt die Namen der Gäste. Auch in diesem Jahr wurde uns die Mitteilung der Gästenamen verweigert.
Es gibt für BAT neue Gründe, aus der Veranstaltung ein Geheimnis zu machen. Seit November 2008 gilt ein Verhaltenscode für Vertreter der Regierung und der Politik, genau an solchen Veranstaltungen nicht mehr teilzunehmen. Es sind Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die von der Bundesregierung mitgetragen wurden und Ausführungen des Gesetzes zum „Tabakrahmenübereinkommen“ sind. Die Weltgesundheitsorganisation meint, dass diese Art von Veranstaltungen von der Tabakindustrie durchgeführt wird, um von dem tödlichen Charakter ihrer Produkte abzulenken
Hier also unser Hilferuf an die Presse: Wenn Sie den Veranstaltungsort in Erfahrung gebracht haben, teilen Sie ihn uns mit. Denn auch in diesem Jahr möchten wir gegen den Dialog von BAT demonstrieren und damit einen kleinen Beitrag zur Transparenz leisten.