Meilensteine der Tabakprävention

 

 

 

In nachfolgender Zusammenstellung werden gesetzliche Regelungen, Rechtspositionen, Erkenntnisse und Aktivitäten mit Relevanz zum Rauchverhalten und zum Nichtraucherschutz in der Bundesrepublik Deutschland rückblickend in chronologischer Reihenfolge aufgelistet. Die Datensammlung wird fortlaufend ergänzt. Hinweise auf eventuelle Datenlücken sowie nicht mehr aktuelle Links werden unter dem Stichwort „Meilensteine“ an post@forum-rauchfrei.de erbeten.

 

Redaktion:              Dr. Jörn Reimann

Zuletzt aktualisiert:  30.07.08

 

 

 

·       Bundesverwaltungsgerichtsurteil – Pyrrhussieg für Raucher?

30. Juli 2008

Mit der für alle Bundesländer richtungweisenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist zwar das Rauchverbot in der getränkeorientierten Einraumgastronomie und in Diskotheken unter bestimmten Randbedingungen faktisch aufgehoben, andererseits sind die Länder aufgefordert bis zum 31.12.2009 ihre Nichtraucherschutzgesetze zu novellieren. Dabei wird ausdrücklich ein Verzicht auf Ausnahmetatbestände beim Rauchverbot als eine verfassungskonforme Möglichkeit benannt.
n-tv.de

·       Landesnichtraucherschutzgesetze komplett

01. Juli 2008

Mit Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes in Thüringen, der Gastronomieregelung in NRW sowie der Anwendbarkeit der Bußgeldvorschriften in allen Bundesländern, deren Gesetze entsprechende Vorgaben enthalten, ist der Prozess der Gesetzgebung zunächst formal abgeschlossen. Das für Ende dieses Monats erwartete richtungweisende Bundesverfassungsgerichtsurteil zu den Gastronomierauchverboten sowie die vielfache Kritik an den  unterschiedlichen Ausnahmen zum Rauchverbot in den einzelnen Bundesländern lassen jedoch einen weiteren Handlungsbedarf erkennen.
ddp-Pressemeldung

·       Bundesnichtraucherschutzgesetz in Kraft

01. September 2007, Berlin

Nachdem der Bundestag bereits am 25. Mai 2007 den Gesetzentwurf mit nur marginalen Veränderungen ohne Berücksichtigung der Kritik aus der Expertenanhörung beschlossen hat, folgte am 6. Juli die Zustimmung des Bundesrats. Damit tritt das Gesetz heute in Kraft. Es regelt die Rauchverbote in allen Einrichtungen des Bundes, öffentlichen Verkehrsmitteln und Personenbahnhöfen der Eisenbahnen. Von Gesundheits- und Nichtraucherinitiativen wird es als unzureichend eingestuft.

Presseerklärung des Forum Rauchfrei
Pressemitteilung des Bundesrats

·       Erste Landesnichtraucherschutzgesetze in Kraft

01. August, 2007

Baden-Württemberg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern setzen ab heute die ersten gesetzlichen Regelungen beim Nichtraucherschutz auf Landesebene in Kraft. Alle legitimieren zusätzliche Raucherräume in der Gastronomie, Ausnahmen vom Rauchverbot sind u. a. in Krankenhäusern möglich und in Baden-Württemberg haben Schulen sogar die Möglichkeit eigenständig über den Umfang eines Rauchverbots zu entscheiden. Damit werden der befürchtete Flickenteppich und letztlich unzureichende Regelungen Realität.

AP-Pressemeldung: Pläne der Länder zum Nichtraucherschutz

Pressemappe: Stuttgarter Nachrichten

·       Entwurf zum Bundesnichtraucherschutzgesetz bei Anhörung zerrissen

09. Mai 2007, Berlin

Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss wird der vorliegende Gesetzentwurf nahezu einstimmig von den eingeladenen Sachverständigen als unbrauchbar zurückgewiesen. Kernpunkte der Kritik sind das weiterhin unverbindliche Rauchverbot gem. Arbeitsstättenverordnung und die unveränderte Ausnahmeregelung für Arbeitsräume mit Publikumsverkehr.

Presseerklärung vom 11.05.07

Presseerklärung vom 08.05.07

·       Weitgehend wertlose Beschlüsse zum Rauchverbot auf Landesebene

23. März 2007, Berlin

Auf der Berliner Ministerpräsidentenkonferenz wurde zwar Einigung über einen ausnahmslosen Nichtraucherschutz in Kindergärten, Schulen, Behörden, Theatern, Discotheken und öffentlichen Verkehrsmitteln erzielt, nicht jedoch in der Gastronomie. Fast eindrittel der Bundesländer wollen den Vorreitern Niedersachsen und NRW folgen und das Rauchen auf unterschiedlichen Ebenen weiterhin zulassen. Hiergegen formiert sich nicht nur Widerstand von Nichtraucherinitiativen und Gesundheitsorganisationen. Berlins Regierender Bürgermeister erwägt eine Bundesratsinitiative und die Initiatoren des Gruppenantrags um Lothar Binding einen modifizierten Antrag auf der Arbeitsschutzebene bzw. der Gesundheitsprophylaxe.

Nichtraucherschutz: Kritik am Rauchverbot mit Ausnahmen

·       Freiwillige Selbstverpflichtung mit Gaststättenverband gescheitert

26. Februar 2007, Berlin

Die Zielvorgaben des DEHOGA von 2005 sind grundsätzlich gescheitert, erklärt die Bundesdrogenbeauftragte und fordert ein gesetzliches Rauchverbot ohne Sonderregelungen.

Pressemitteilung des BMG

·       Bundeseinheitliches Rauchverbot vorerst gescheitert

Dezember 2006, Berlin

Der nach monatelangem Ringen erreichte Kompromissvorschlag einer Koalitionsarbeitsgruppe, wurde unmittelbar nach Veröffentlichung vom Justiz- und Innenministerium wegen angeblich fehlender Bundeskompetenz für weitreichende Rauchverbote verworfen. Auf der am 13.12. im Kanzleramt einberufenen Ministerpräsidentenkonferenz wurden Eckpunkte bekannt gegeben, wonach es ein gesetzliches Rauchverbot in Bundeseinrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln geben sowie der Tabakwarenverkauf auf 18 Jahre heraufgesetzt werden soll. Rauchverbote in Gaststätten, Schulen, Krankenhäusern und anderen Kommunalen-/Ländereinrichtungen sollen bis Ende März 2007 auf Landesebene geregelt werden. Eine diesbezügliche ländereinheitliche Regelung wird allgemein als unmöglich angesehen. In diesem Fall wollen die Initiatoren des Gruppenantrags diesen wieder reaktivieren.

Viel Schall um Rauch

Die Zeit der Freiwilligkeit ist vorbei

Schlappe für den Nichtraucherschutz - Blamage für die Politik

·       Umfassendes Öffentliches Rauchverbot droht im Antragschaos zu versinken

29. September 2006, Berlin

Nach den Mitte dieses Jahres viel versprechenden Ansätzen hinsichtlich gesetzlicher Regelungen zu umfassenden öffentlichen Rauchverboten, die mit Bundeskanzlerin Merkel und Minister Seehofer prominente Fürsprecher hatten, stellt sich die gegenwärtige Lage unübersichtlich dar. Einige SPD-Abgeordnete haben ihren von ca. 140 Abgeordneten unterzeichneten Gruppenantrag eingebracht. Eine Bundestagsmehrheit hierfür scheint ebenso fragwürdig wie für einen weiteren Antrag der Grünen. Schließlich bereitet die Koalition noch einen eigenen Antrag vor, der zwar gesetzliche Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden, Theatern und Kinos sowie öffentlichen Verkehrsmitteln beinhalten und einen Tabakwarenerwerb erst ab 18 Jahren zulassen soll, in der Gastronomie werden jedoch die Vorgaben des Verbandes der Cigarettenindustrie verfolgt und damit Rauchverbote weitgehend ausgeschlossen.

Rauchverbot: "Haben keinen Zeitplan"

Rauchverbot: "Politiker suchen wieder nach Kompromissen"

Koalition will nur eingeschränktes Rauchverbot

·       Vielfältige Impulse zur Eindämmung des Tabakkonsums

Mai-Juli 2006

Nachdem aus Brüssel ein Unterliegen der Bundesregierung im anhängigen Verfahren gegen die EU-Tabakwerberichtlinie signalisiert wurde, bringt Gesundheitsminister Seehofer den Gesetzesentwurf der Vorgängerregierung weitgehend unverändert wieder ein.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Binding initiiert einen neuen interfraktionellen Gruppenantrag zum Schutz vor Tabakrauch, ohne jedoch eine Gesetzesvorlage zu liefern, sondern nur durch Forderungen an die Bundesregierung. Dies hält die Bundestagsfraktion der Grünen nicht für ausreichend und legt deshalb ein eigenes Eckpunktepapier vor.

Unter dem Titel „Tabakwerbung verbieten und Prävention stärken“ hatte die Fraktion DIE LINKE bereits einen Monat zuvor ein ähnliches Papier vorgestellt.

Schließlich fasst die Ländergesundheitsministerkonferenz auf ihrer 79. Sitzung in Dessau einstimmig, aber weitaus unverbindlich, einen Beschluss zur Verbesserung des Nichtraucherschutzes in Deutschland. Unabhängig hiervon entwickeln die einzelnen Bundesländer länderspezifische Maßnahmen zum Nichtraucherschutz.

·       Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko

07.12.05, Heidelberg

Anlässlich der 3. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle veröffentlicht das Deutsche Krebsforschungszentrum eine Studie, die erstmalig das Ausmaß der Schädigung durch Passivrauchen in Deutschland umfassend darstellt. Danach liegt die Zahl der jährlichen Passivrauchtoten allein durch häusliche Exposition bei über 3000.

·       Ende der Steuervergünstigung für Zigaretten-Sticks

10.11.05, Brüssel

Nach der heutigen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs müssen Zigaretten-Sticks nunmehr wie normale Zigaretten versteuert werden, was sie für Raucher uninteressant macht und vermutlich das Aus für diese Produkte bedeutet. Wann und mit welchen Übergangsfristen das Urteil in deutsches Recht übergeführt wird, ist gegenwärtig unbekannt.

Pressemeldung ZDF/dpa

·       Bundeskabinett beschließt Gesetzesentwurf zum Tabakgesetz

18.05.05, Berlin

Hinsichtlich der bis zum 31. Juli 2005 befristeten Umsetzung der EU-Richtlinie über Werbung und Sponsoring zugunsten von Tabakerzeugnissen in nationales Recht wird der vom Verbraucherministerium vorgelegte Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Vorläufigen Tabakgesetzes beschlossen. Die seit dem 10.09.2003 anhängige Klage der Bundesrepublik beim Europäischen Gerichtshof gegen die Richtlinie entbindet nicht von ihrer Umsetzung. Dennoch bleibt Deutschland die fristgerechte Umsetzung der EU-Richtlinie schuldig (Stand: 03.08.05).

BMVEL Pressemeldung 130 vom 18.05.05

·       Vereinbarung zwischen Gaststättenverband und Bundesgesundheitsministerium (BMGS)

02.03.05, Berlin

In einer freiwilligen Selbstverpflichtung will der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) mit einer Stufenregelung bis zum Jahr 2008 in seinen Mitgliedsbetrieben einen verbesserten Nichtraucherschutz für Gäste und Beschäftigte des Gastgewerbes erreichen. Das BMGS verzichtet für die Dauer der Regelung auf Initiativen zur Einführung eines gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie. Von Nichtraucherinitiativen wird die Vereinbarung als unwirksam und kontraproduktiv zurückgewiesen.

Pressemeldung der Berliner Zeitung vom 03.03.05

·       Hessen verbietet das Rauchen in Schulen per Gesetz

10.01.05, Frankfurt/Main

Nach Berlin, wo bereits im vergangenen Jahr per Erlass ein Schulrauchverbot eingeführt wurde, setzt Hessen als erstes Bundesland nunmehr ein Verbot auf gesetzlicher Ebene im neuen Landesschulgesetz [§ 3 (9)] um. Ab August 2005 sollen Verstöße geahndet werden. Weitere Bundesländer wie Niedersachsen, Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen planen ebenfalls gesetzliche Schulrauchverbote.

·       Ratifizierung des Tabakrahmenübereinkommens

16.12.04, Berlin

Nachdem die Entwurfsfassung des Gesetzes zu dem Tabakrahmenübereinkommen bereits am 19.11.04 gegen die Stimmen der FDP ohne Änderung vom Bundestag angenommen wurde, erfolgte nun die Ratifizierung der Tabakkonvention durch die Bundesregierung. Das Übereinkommen tritt vertragsgemäß neunzig Tage später, also im März 2005, in Kraft.

·       Änderungsentwurf des Vorläufigen Tabakgesetzes sieht ein Tabakwerbeverbot vor

07.12.04

Sollte die Bundesregierung in der anhängigen Klage um ein EU-Tabakwerbeverbot scheitern, soll der vorliegende und bereits mit anderen Ressorts abgestimmte Gesetzesentwurf am 31.07.2005 in Kraft treten. Damit gilt mit nur geringen Ausnahmen ein umfassendes Tabakwerbeverbot.

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,2241461,00.html

·       Nichtraucherschutz an neuer Stelle in der Arbeitsstättenverordnung

24.08.04, Bonn

Auf der Grundlage von § 18 Arbeitsschutzgesetz und unter Berücksichtigung von EU-Vorgaben wird die Arbeitsstättenverordnung in neuer Struktur erlassen. Die Regelungen zum betrieblichen Nichtraucherschutz sind davon nur insoweit betroffen, dass sie sich textgleich zur letzten Fassung nunmehr in § 5 befinden und durch Änderung von Artikel 2 auch für den Bergbau gelten.

http://www.bmwa.bund.de/Navigation/Arbeit/arbeitsschutz,did=12226.html

·       Kleinstverkaufsmengen für Zigaretten gesetzlich festgelegt

09.07.2004, Berlin

Um u. a. dem dramatischen Anstieg des Rauchens von Jugendlichen zu begegnen beschließt der Deutsche Bundestag nach nur halbjähriger Vorbereitung ein „Gesetz zum Schutz junger Menschen vor Gefahren des Alkohol- und Tabakkonsums“. Darin wird die Kleinstverkaufsmenge von Zigaretten auf nicht weniger als 17 Stück festgelegt und die kostenlose Abgabe von Zigaretten zu Werbezwecken untersagt. Das Gesetz, welches bereits zum 1.7.2004 in Kraft treten sollte, wird zunächst durch die Unionsmehrheit im Bundesrat blockiert. Der Bundestag weißt in seiner 120. Sitzung den Einspruch der Länderkammer zurück. Das Gesetz tritt zum 1.8.04 in Kraft.

Presse BMGS 2-2004, Pressemitteilung zu Drogen 11.06.04

·       Rauchverbot an Berliner Schulen

17.06.2004, Berlin

Als erstes Bundesland beschließt Berlin ein generelles Rauchverbot an Schulen. Ein diesbezüglicher von 75 Abgeordneten unterzeichneter interfraktioneller Gruppenantrag, eingebracht von Claudia Hämmerling (Bündnisgrüne), wird in namentlicher Sofortabstimmung (65:55, bei 6 Enthaltungen) beschlossen. Ein von der FDP initiierter Gegenantrag, die Schulen selbst über ein Rauchverbot entscheiden zu lassen, fand ebenso wenig eine Mehrheit, wie der Versuch der PDS-Fraktion einer Überweisung beider Anträge in den Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport. Die Umsetzung des Rauchverbots erfolgt am 14.07.04 durch Rundschreiben I Nr. 80/2004 der zuständigen Senatsverwaltung.
Wegen Verletzung seiner Mitbestimmungsrechte klagt der Hauptpersonalrat nachfolgend in erster Instanz erfolgreich gegen das Rauchverbot. Der Senat reagiert hierauf mit Übernahme des Verbots in das zum 01.08.05 novellierte Schulgesetz. Hierzu wird § 52 um einen entsprechenden Absatz 4 erweitert.

·       Bundeskabinett verabschiedet Gesetz zum Tabakrahmenübereinkommen

28.04.2004, Berlin

Der von der Bundesregierung beschlossene Gesetzesentwurf wird zunächst dem Bundesrat zur Stellungnahme zugeleitet und anschließend dem Bundestag zur Beschlussfassung vorgelegt um letztlich die Tabakrahmenkonvention in nationales Recht umzusetzen.

BMGS - Drogen und Sucht

·       Erhöhung der Tabaksteuer

17.12.2003, Berlin

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich auf eine stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette zum 1. März und 1. Dezember 2004 sowie zum 1. September 2005 geeinigt. Damit bleibt die Steuererhöhung weit hinter dem ursprünglichen Regierungsentwurf zurück, der neben einer Erhöhung um insgesamt 4,5 Cent pro Stück in kürzeren Zeiträumen auch eine Anhebung der Steuer auf die übrigen Tabakprodukte vorsah. Die zusätzlichen Steuereinnahmen sollen die gesetzlichen Krankenkassen von versicherungsfremden Leistungen, wie Mutterschaftsgeld, entlasten.

Pressemitteilung 249/2003

·       1. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle

11.12.2003, Heidelberg

In einer Deklaration zu der unter der Federführung des Deutschen Krebsforschungszentrums stehenden Konferenz werden an die Bundesregierung vier Forderungen zu einer gesundheitsrelevanten Tabakpolitik gerichtet. Diese beinhalten Modalitäten zur Tabaksteuererhöhung, die vorbehaltlose Ratifizierung der WHO-Tabakrahmenkonvention, die Ablehnung von Geldern der Tabakindustrie zur Prävention und die Einrichtung einer Bundesstelle für Tabakkontrolle. Der Konferenzzyklus wird 2004 fortgesetzt.

http://www.rauchfrei2004.de/deklaration.pdf

·       Gescheiterte Klage gegen Zigarettenindustrie

14.11.2003, Arnsberg

Die 2. Zivilkammer des LG Arnsberg hat die erste deutsche Klage eines schwerkranken Rauchers gegen Reemtsma mit fehlenden Erfolgsaussichten abgewiesen – „Raucher sind für ihr Handeln selbst verantwortlich und können es nicht auf den Zigarettenproduzenten abwälzen.“ Ermöglicht wurde die Klage nur durch Versäumnisse der Rechtschutzversicherung des Klägers.

·       Unterzeichnung der Tabakrahmenkonvention (FCTC)

24.10.2003, New York

Für die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet der Botschafter die Tabakrahmenkonvention. Damit zählen mittlerweile über 70 Staaten zu den Unterzeichnern. Drei davon haben das Übereinkommen bereits ratifiziert, für ein Inkrafttreten sind 40 Länder erforderlich. Die Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, bekräftigt anlässlich der Unterzeichnung eine zügige Ratifizierung durch die Bundesrepublik.

http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/aktuelles/pm/d03/d4_4275.cfm

·       Warnhinweise auf Zigarettenschachteln (Tabakprodukt-Verordnung)

01.10.2003

Gegen die Umsetzung der Tabakproduktverordnung vom 20.11.2002 hat die Bundesregierung 24 Stunden zu spät geklagt. Damit ist die Verordnung seit Oktober in Kraft. Sie verpflichtet u. a. zum Druck von großflächigen Warnhinweisen auf der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln. Ab 1. Juli 2004 müssen Verpackungen ohne die neuen großen Warnungen vom Markt verschwunden sein. Die Verordnung resultiert aus der Umsetzung von EU-Recht und löst damit die auf das Jahr 1972 zurückgehende Tabakverordnung und nachfolgende Änderungen ab.

Pressemitteilung BZgA vom 30.09.03

·       Finanzministerium klagt gegen EU-Tabakwerbeverbot

10.09.2003, Berlin

Die Bundesregierung erhebt Klage vor dem EuGH gegen das im Dezember 2002 von der EU erlassene weitreichende Tabakwerbeverbot, welches nur Kinowerbung und Plakate ausnimmt. Sie begründet ihre Klage primär mit Kompetenzüberschreitung der EU-Kommission. Bereits vor drei Jahren hatte das höchste EU-Gericht auf Betreiben der Bundesrepublik einen ersten Entwurf zum Tabakwerbeverbot als rechtlich fehlerhaft zurückgewiesen.

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID2296670_TYP6_THE_NAVSPM11172_REF2,00.html

·       Aktionsplan Drogen und Sucht im Bundeskabinett verabschiedet

25.06.2003

Mit einem langfristig angelegten Aktionsplan des Gesundheitsministeriums soll auch die Volksdroge Tabak bekämpft werden. Nichtrauchen muss der Normalfall werden! Der Aktionsplan bleibt allerdings weitgehend unverbindlich im Vergleich zu einer mit der gleichen Zielsetzung verbundenen Konzeption der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die in „gesundheitsziele.de“ im Februar veröffentlicht wurde. Offen bleibt auch, inwieweit sich das Thema Tabak in dem in Vorbereitung befindlichen Präventionsgesetz explizit wieder finden wird.

·       Annahme der Tabakrahmenkonvention (FCTC)

21.05.2003, Genf

Trotz vorausgegangener erheblicher deutscher Widerstände wird die Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle – Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) durch die 192 Mitgliedsstaaten der WHO einstimmig angenommen. Die Konvention ist das erste Abkommen der Vereinten Nationen, das den Gesundheitsschutz durch ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen als vorrangiges Ziel benennt und die Gesundheitsschäden infolge des Tabakkonsums weltweit eindämmen soll. Zur Inkraftsetzung ist eine Ratifizierung von mindestens 40 Ländern erforderlich.

http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/aktuelles/pm/bmgs03/bmgs2_3228.cfm

·       Neues Jugendschutzgesetz in Kraft

01.04.2003

Ein Rauchverbot und Abgabeverbot von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren wird mit § 10 JuSchG eingeführt. Zur technischen Umrüstung von Automaten gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2007.

http://www.kindex.de/pro/index~mode~gesetze~value~juschg.aspx

·       Rauchen auf U-Bahnhöfen wird zur Ordnungswidrigkeit

01.01.2003

Die Inkraftsetzung der Änderung der Verordnung über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen für den Straßenbahn- und Omnibusverkehr ermöglicht es den Verkehrsbetrieben nunmehr bei einem Verstoß gegen das Rauchverbot auf unterirdischen Bahnsteiganlagen ein Bußgeld in Höhe von 15 € zu erheben. Zuvor konnten die Verkehrsunternehmen nur ein privatrechtliches Verbot aussprechen, welches häufig unbeachtet blieb oder auch von den Unternehmen nicht verfolgt wurde. Das Rauchen in den Nichtraucherabteilen der Fahrzeuge stellt nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung bereits seit 1988 eine Ordnungswidrigkeit dar. In allen Fällen basieren die Rauchverbote auf Argumenten des Brandschutzes und der Sauberkeit.

·       WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle

2002, Heidelberg

Das bei der Deutschen Krebsforschungsstelle (dkfz.) angesiedelte Zentrum will einen Beitrag zu nationalen und internationalen Bemühungen um die Verringerung des Tabakkonsums leisten. Es operiert dabei in unterschiedlichen Aufgabenbereichen mit wechselnden Arbeitsschwerpunkten. Ein Ergebnis stellen die seit 2003 durchgeführten Konferenzen für Tabakkontrolle dar.

WHO Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle - WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg

·       EU verbietet Tabakwerbung

02.12.2002, Brüssel/Berlin

Gegen die Stimmen Deutschlands und Großbritanniens beschließen die EU-Verbraucherminister ab 31. Juli 2005 die Tabakwerbung in Zeitschriften, Zeitungen, im Internet und im Radio sowie Sponsoring von Großveranstaltungen europaweit zu untersagen. Die Bundesregierung erwägt vor dem EuGH dagegen Klage zu erheben, da die EU nur Regeln für den grenzüberschreitenden Verkehr erlassen dürfe und somit mit dem Gesetz ihre Kompetenz überschreite.

·       Novellierung der Arbeitsstättenverordnung

03.10.2002

Mit Veröffentlichung der Verordnung zur Rechtsvereinfachung im Bereich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes ... am 2. Oktober 2002 im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2002 Teil 1 Nr. 70 unter Artikel 7 auf Seite 3815 wird durch Änderung der Arbeitsstättenverordnung ein weitgehender Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz geschaffen. Ausgenommen bleibt die Gastronomie.

·       Vertrag zwischen dem BMG und der Zigarettenindustrie

20.03.2002, Berlin

In einem von allen namhaften Nichtraucherinitiativen und vielen Gesundheitseinrichtungen verurteilten Vertrag zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Verband der deutschen Cigarettenindustrie verpflichtet sich die Tabakindustrie der Bundesregierung gegenüber für Präventionsprojekte 11,8 Millionen Euro, verteilt über 5 Jahre, zu zahlen. Die Bundesregierung sagt im Gegenzug zu, mit entsprechenden Maßnahmen nicht die Zigarettenindustrie, deren Produkte oder den Zigarettenhandel zu diskriminieren oder den erwachsenen Raucher zu verunglimpfen. Ein Produkt dieser Vereinbarung wird die im August 2003 auf der „Weltkonferenz für Tabak oder Gesundheit“ in Helsinki heftig kritisierte Jugendanzeigenkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

BMG-VDC-Vertrag

·       Tabaksteuererhöhung zur Terrorbekämpfung

07.11.2001, Berlin

Der Finanzausschuss nimmt den Gesetzentwurf zur Finanzierung der Terrorbekämpfung in geänderter Fassung an. Nach Anhörung des Verbandes der Cigarettenindustrie, der im Falle einer einstufigen Anhebung um 2 Cent ca. 1000 Arbeitsplätze in der Tabakindustrie als gefährdet ansieht, erfolgt die Steuererhöhung nunmehr in zwei Stufen zu 1 Cent jeweils zum 1. Januar der beiden folgenden Jahre.

www.bundestag.de/presse/hib/2001/2001_291/01.html

·       WHO-Aktion: Rauchfrei im Mai

Mai, 2000, Heidelberg

Unter der Federführung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg beteiligt sich Deutschland erstmalig an der seit 1994 in über einhundert Ländern stattfindenden Rauchstopp-Kampagne. Ziel ist es im Vorfeld des Weltnichtrauchertages Raucher über Geldpreise zu einem rauchfreien Leben zu motivieren. Nichtraucher können sich durch Unterstützung eines Rauchers bei der Entwöhnung ebenfalls beteiligen. Die Aktion wird im zweijährigen Rhythmus wiederholt.

·       Nichtraucherschutzgesetz scheitert im Bundestag

05.02.1998, Berlin

Nach einem ersten gesetzgeberischen Ansatz 1987 und zwei Versuchen 1992/94 einen gesetzlichen Nichtraucherschutz zu verankern, scheitert auch ein weiterer interfraktioneller Gesetzesantrag mit 335 gegen 255 Stimmen bei 34 Enthaltungen. Die federführenden Initiatoren des Gesetzesantrags gehören dem nächsten Bundestag nicht mehr an.

·       Bundesarbeitsgerichtsurteil

17.02.1998

Aus dem BAG-Urteil, Az: 9 AZR 84/97, kann ein Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz bei gesundheitlicher Vorschädigung und Zumutbarkeit für den Arbeitgeber abgeleitet werden. Ein Vergleichsurteil für Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes aus 1984 baut nicht auf einer gesundheitlichen Vorschädigung auf.

·       Tabakurteil des Bundesverfassungsgerichts

1997

Zitat:„Das Rauchen tötet mehr Menschen als Verkehrsunfälle, AIDS, Alkohol, illegale Drogen, Mord und Selbstmorde zusammen. Zigarettenrauchen ist in den Industrieländern die häufigste und wissenschaftlich am deutlichsten belegte Einzelursache für den Krebstod. (…) Im übrigen käme als Maßnahme, … den bedenkenlosen Tabakkonsum einzudämmen, vor allem ein Werbeverbot in Betracht.“ (NJW 1997, Heft 43, Seite 2871-73)

·       Be Smart – Don`t Start

1997

Unter diesem Titel etabliert sich ein europäischer Nichtraucherwettbewerb für Schüler der Klassenstufen 6 bis 8. Teilnehmenden Klassen, die jeweils bis zum Ende des auf etwa ein halbes Schuljahr begrenzten Wettbewerbs nicht rauchen, winken attraktive Preise. Der Wettbewerb wird öffentlich und privat gefördert. Hinweise auf eine Verzögerung des Einstiegs in das Rauchen wurden zwischenzeitlich (Stand 2004) wissenschaftlich belegt.

www.besmart.info

·       Keine Zigarettenautomaten um Schulen und Jugendzentren

14.04.1997

Der Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) geht gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium eine freiwillige Selbstbeschränkung ein. Danach sollen sich u. a. in einem Sichtfeld von 50 m vom Haupteingang einer Schule oder eines Jugendzentrums zukünftig keine Zigarettenautomaten mehr befinden. In einem Schülerwettbewerb 2000/2003 werden hierzu unzählige Verstöße festgestellt.

·       Nikotinabhängigkeit als Krankheit anerkannt

1996

Nachdem bereits 1991 „Tabakabhängigkeit“ unter ICD-10 in die internationale Liste von chronischen Krankheiten aufgenommen wurde, wird Nikontinabhängigkeit nunmehr auch in der deutschen Liste der Suchtkrankheiten (DSM-IV-305.0) geführt. Seit 1983 steht darüber hinaus in der BRD Nikotin als Medikament für die Raucherentwöhnung zur Verfügung. Unabhängig hiervon werden Entwöhnungen bis zur Gegenwart (2004) nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen finanziert.

·       400 Krebstote/Jahr durch Passivrauchen

1994

Eine epidemiologische Risikoabschätzung weist für die Bundesrepublik jährlich 400 karzinogene Todesfälle durch Passivrauchen aus. (Dtsch. Ärztebl. 48, Seite 3352-3357) Wesentlich höher ist die Zahl von zusätzlichen Todesfällen aufgrund von Passivrauch bedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die 1998 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit mehreren tausend Fällen pro Jahr angegeben wird.

·       Selbstbeschränkungsvereinbarung der Zigarettenindustrie erweitert

29.04.1993, Bonn

Das Bundesgesundheitsministerium vereinbart mit dem Verband der Cigarettenindustrie die Selbstbeschränkungsvereinbarung zur Werbung auszubauen. Danach soll es u. a. in einem einsehbaren 100 m-Umkreis von Schulen und Jugendzentren keine Plakatwerbung für Zigaretten mehr geben und auf die öffentliche Verteilung von Gratispackungen verzichtet werden. (Pressemitteilung Nr. 41/1993 des BMG)

·       Bundesrat für gesetzlichen Nichtraucherschutz

25.09.1992, Bonn

Der Bundesrat hält in einer Entschließung (BR-Drucks. 480/92) einen umfassenden gesetzlichen Nichtraucherschutz für unerlässlich. Obwohl die Bundesregierung in ihrer „Konzeption zur Verbesserung der Luftqualität“ (BR-Druck. 876/92) ebenfalls grundsätzlich auf die Notwendigkeit eines verbesserten Nichtraucherschutzes hinweist, sieht sie keine Gesetzgebungskompetenz. Ein im März 1993 von der Nichtraucher-initiative Deutschland e.V. vorgelegter Gesetzesentwurf scheitert 1994 vordergründig an terminlichen Engpässen verbunden mit dem Auslaufen der Legislaturperiode.

·       Koalition gegen das Rauchen gegründet

April, 1992

Ziel des Aktionsbündnisses mit namhaften Mitgliedsorganisationen ist es, interessierte Institutionen und Gruppierungen zusammenzuführen, um Erkenntnisse aus der Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens politisch umzusetzen und gesetzgeberische Maßnahmen des Nichtraucherschutzes zu fördern. Seit 01.05.03 heißt die Koalition „Aktionsbündnis Nichtrauchen“.

·       Klasse 2000

1991, Nürnberg

Ein am Klinikum Nürnberg entwickeltes Gesundheitsförderungs- und Suchtpräventionsprogramm für Grundschulen wird eingeführt. Es setzt einem Fokus auf dem Nichtrauchen und begleitet in aktiver Zusammenarbeit von Lehrerinnen, Gesundheitsförderern und Eltern die Schüler in den ersten vier Klassen. Die Finanzierung erfolgt über Patenschaften. Das Unterrichtsprogramm hat sich bei wachsender Beteiligung mit 156T Schülern im Jahr 2004 in allen Bundesländern etabliert.

www.klasse2000.de

·       Passivrauchen versus Asbestgefährdung

1988, Berlin

Das Bundesgesundheitsamt (BGA) veröffentlicht als wissenschaftliches Ergebnis eine 100mal höhere Gesundheitsgefährdung durch Passivrauch im Vergleich zu einer Exposition mit 1.000 Asbestfasern/m³ unter bestimmten Randbedingungen. Ein entsprechendes Ergebnis hatte bereits 1985 die Analyse eines der renommiertesten englischen Epidemiologen ergeben. (Ärztliche Praxis, 37. Jahrg., Nr. 21, 12.03.1985)

·       Nichtraucherschutz in Behörden

November 1988, Berlin

Auf der 59. Konferenz der für das Gesundheitswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder erfolgt eine Entschließung über den Nichtraucherschutz in Behörden. (DÖD 43. Jg. Nr.8/1990, Seite 177-200) Mehrere deutsche Bundesländer, darunter auch Berlin, hatten bereits vorher Erlasse für den öffentlichen Dienst auf dieser Grundlage veröffentlicht.

·       1. Europäische Tabakkonferenz

Nov. 1988, Madrid

Unter Konferenzteilnahme der Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth wird eine „Charta gegen den Tabak“ verabschiedet. In ihr appelliert die WHO-Konferenz an die Mitgliedstaaten, den Schutz der Jugend vor den Gefahren des Rauchens und den Nichtraucherschutz zu verbessern.

·       Gesetzesplanung gegen das Rauchen

Mai 1987, Bonn

Der CDU/CSU-Gesundheitsexperte Roland Sauer unternimmt einen ersten Versuch ein umfassendes Gesetz zur Eindämmung des Rauchens einzubringen. (Berliner Morgenpost, 10. Mai 1987) Das Vorhaben scheitert elf Jahre später mit dem interfraktionellen Nichtraucherschutzgesetz endgültig.

·       Weltnichtrauchertag

17.11.1987

An diesem Tag wird von der WHO erstmalig der Weltnichtrauchertag ausgerufen. Damit wird an die Raucher appelliert zunächst für einen Tag, dann für eine Woche und schließlich ein Leben lang dem Tabakkonsum zu entsagen. Seit 1989 wird der Weltnichtrauchertag regelmäßig am 31. Mai unter einem jährlich wechselnden Motto begangen.

·       Passivrauchen krebsgefährdend

1985

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe spricht erstmalig von einer gewissen Krebsgefährdung durch Passivrauchen und nimmt Passivrauch in die MAK-Werte-Liste auf. (DFG: Passivrauchen am Arbeitsplatz, Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe, Weinheim, 1985) In einer Neubewertung von 1998 ordnet sie Tabakrauch am Arbeitsplatz zur Kategorie der eindeutig Krebs erzeugenden Arbeitsstoffe mit der höchsten Gefahrenstufe zu.

·       Bundesverwaltungsgerichtsurteil

13.09.1984

Das Bundesverwaltungsgericht erkennt in einer Rahmengrundsatzentscheidung -2 C 33.82- einen Anspruch auf Schutz der Gesundheit vor Beeinträchtigung durch Tabakrauch an und bestimmt, dass dieser Schutz am gegenwärtigen Arbeitsplatz zu gewähren ist. Letzteres findet im Urteil vom 26.11.1987 –BVerwG 2 C 53.86- eine Bestätigung. Als Folge hiervon wird der Nichtraucherschutz im öffentlichen Dienst in mehreren Bundesländern wie in NRW, Bremen und Berlin durch Erlasse geregelt.

·       Aktive Münchner Nichtraucher e.V. gegründet

02.11.1977

Aus dieser Vereinsgründung, die hier stellvertretend für eine Vielzahl weiterer nachfolgender Gründungen von Nichtrauchervereinigungen auf lokaler und regionaler Ebene steht, geht schließlich 1988 die Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) hervor.

http://www.ni-d.de/NRI/29/nrinfo29-20.html

·       1. Nichtraucherschutzurteil

20.09.1974, Neumünster

Auf Klage eines Zahnarztes muss bei den gesetzlich vorgeschriebenen Röntgenfortbildungsveranstaltungen ein Rauchverbot erlassen werden. Dieses Urteil bildet den Auftakt zu weiteren Nichtraucherschutzklagen, insbesondere aus dem Bereich des öffentlichen Dienstes. (Verwaltungsrundschau (31) 1/85 Seite 30-31)

·       Tabakwerbung gesetzlich geregelt

15.08.1974

Mit § 22 im Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz wird ein Werbeverbot für Tabakerzeugnisse im Hörfunk und Fernsehen gesetzlich verankert. Des weiteren wird jegliche Werbung verboten, die das Rauchen verharmlost, als gesundheitsförderlich darstellt oder besonders geeignet ist, Kinder oder Jugendliche zum Rauchen zu veranlassen.

·       140.000 Tabaktote

10.05.1974, Bonn

In der Bundesdrucksache 7/2070 werden von der Bundesgesundheitsministerin die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Zigarettenkonsums ausführlich dargelegt. Die dabei ausgewiesene und auf einer Berechnungsgrundlage der WHO basierende Zahl von 140.000 Rauchertoten/Jahr in der BRD wird bis zur Gegenwart (2004) immer wieder herangezogen. Erstmalig wird von Regierungsseite auch auf eine konkrete Gefährdung durch Passivrauchen hingewiesen.

·       Gründung des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit (ÄARG)

1971

Unter Prof. Dr. Ferdinand Schmidt etabliert sich der ÄARG und verabschiedet auf dem 1. Deutschen Nichtraucher-Kongreß 1974 ein „Notstandsprogramm gegen den Zigarettentod“. Die gesellschaftliche Einstellung zum Rauchen und zum Nichtraucherschutz wird durch Schmidts engagiertes Wirken in den folgenden Jahren erheblich bestimmt. U. a. ist ihm die Aufdeckung der Manipulationen des vom Verband der Cigarettenindustrie finanzierten Forschungsrates Rauchen und Gesundheit zu verdanken.

·       Selbstbeschränkungsvereinbarung der Zigarettenindustrie

1966

Der Verband der Cigarettenindustrie (VDC) gibt mit seiner „Richtlinie 1966“ eine Selbstbeschränkungserklärung zur Werbung auf dem deutschen Zigarettenmarkt ab. Obwohl die Verpflichtung in den Folgejahren wiederholt modifiziert und ergänzt wird, erweist sie sich insbesondere im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes als untaugliches Mittel.

·       Terry-Report

11.01.1964

Mit dem in den USA herausgegebenen „Terry-Report“ werden die gesundheitlichen Folgen des Rauchens erstmals einer breiten Weltöffentlichkeit bekannt, indem u. a. die Sterberaten von Rauchern und Nichtrauchern verglichen werden. Eine vorausgegangene amerikanische Studie aus dem Jahr 1928 blieb ebenso weitgehend unbeachtet wie das 1929 erschiene Buch „Tabak und Organismus – Handbuch der gesamten Tabakkunde“ des Dresdner Mediziners Fritz Lickint. (Münch. med. Wschr. 131 (1989) Nr. 51/52, Seite 966-968)