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ONLINE - 11. Juli 2005, 15:29
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Trotz Rauchverbot
Mallorca qualmt weiter
Raucher vor die Tür. Seit Sonntag ist auf den Balearen das Qualmen in
öffentlichen Räumen und damit auch in Kneipen, Cafés und Restaurant verboten -
wenn es keine Nichtraucherzonen gibt. Doch bisher schert sich die Gastronomie
nicht um das neue Gesetz.
Palma de Mallorca - Das neue Antitabak-Gesetz wird auf Mallorca und den
übrigen Balearen-Inseln eher ignoriert. In den meisten Kneipen und Restaurants
seien noch keine Nichtraucherzonen eingerichtet worden, berichtete die
Lokalpresse am Montag. Vielen Kellnern und Wirten sei die am Sonntag in Kraft
getretene Regelung noch unbekannt. "Alle Welt raucht weiter", titelte die
Zeitung "El Día de Baleares".
Das neue Gesetz verbietet das Rauchen in fast allen öffentlichen Räumen der
Inselgruppe sowie am Arbeitsplatz. Zu rauchfreien Zonen werden damit
Amtsgebäude, Büros, Banken oder Krankenhäuser, aber auch Kneipen, Cafés oder
Restaurants erklärt. Von den Vergnügungslokalen sind nur solche ausgenommen, die
kein Essen zubereiten oder servieren, also Cocktail-Bars und Discotheken. Extrem
hohe Geldbußen drohen bei schweren Verstößen: Strafen bis zu eine Million Euro
können verhängt werden.
"Das Gesetz hat uns unvorbereitet getroffen", gestand ein Kneipenbesitzer in
Palma. Viele Wirte behalfen sich, indem sie das Rauchen nur auf der Terrasse
erlaubten und drinnen die Aschenbecher entfernten. "Wie wir das im Winter regeln
sollen, ist mir allerdings ein Rätsel", meinte ein Kneipier. Nach den Worten des
Vorsitzenden des balearischen Kneipen- und Restaurantverbandes, Antoni Mas,
müssen viele Gastwirte erst mal umdenken. "Sie verbinden weiterhin Bier und
Zigaretten."
Das Gesundheitsministerium der Balearen rechnet damit, dass das Gesetz in zwei
Monaten größtenteils umgesetzt sein wird. Ministerpräsident Jaume Matas räumte
Schwierigkeiten ein. Er zeigte sich aber von dem Erfolg der Initiative
überzeugt.