England
Unterhaus beschließt umfassendes Rauchverbot
In England soll das Rauchen in Pubs und an anderen öffentlichen Orten ab dem Sommer kommenden Jahres verboten sein. Ausnahmeregelungen für private Clubs und Kneipen, die keine Speise anbieten, lehnte das britische Unterhaus ab.
London - Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete das Unterhaus in London gestern mit großer Mehrheit. Den Abgeordneten war für die Abstimmung kein Fraktionszwang auferlegt. Dem Gesetz muss noch das Oberhaus zustimmen.
Die Debatte über das Rauchen hat unter den Abgeordneten viele emotionsgeladene Kontroversen ausgelöst - auch innerhalb der regierenden Labour Party von Premierminister Tony Blair. Gesundheitsministerin Patricia Hewitt änderte vor der Abstimmung zweimal ihre Position und stimmte schließlich für ein völliges Rauchverbot. Blairs Büro erklärte, auch der Premierminister habe für ein komplettes Verbot ohne Ausnahmeregelungen gestimmt. Es bezieht sich auch auf öffentliche Orte wie Kinos, Büros, Fabriken oder Einkaufszentren.
Mit dem Qualmverbot, das allerdings erst im Sommer 2007 in Kraft tritt, schließt sich England den Entscheidungen in den britischen Landesteilen Nordirland (Verbot ab April 2007) und Schottland (Verbot ab März 2006) an. In Wales steht ein Verbotsbeschluss kurz bevor. Das Vereinigte Königreich folgt damit dem Beispiel anderer europäischer Staaten wie Spanien, Irland, Italien, Norwegen und Schweden. Auch in Neuseeland und in zahlreichen Bundesstaaten der USA, darunter Kalifornien und New York, darf nirgendwo in Gaststätten geraucht werden.
lan/abl/AP/dpa